Country Report - France - DE

Laenderberich über die Sprachsituation
der Minderheiten in Frankreich,
praesentiert durch Association Pour Une Ecole Hongroise


I
n Frankreich haben immer schon Ungarn gelebt, die Entstehung kleinerer Gemeinschaften ist jedoch für die Periode nach dem Zweiten Weltkrieg, bzw. nach der Revolution von 1956, für die Ankunft der politischen Flüchtlinge charakteristisch. Der Bedarf nach Ungarischunterricht in Frankreich ist jedoch schon ein Jahrhundert früher zu datieren. Das erste Lehrbuch für ungarische Grammatik wurde von János Eiben 1843 herausgegeben, dem 1870 vom Edme-Léons Band: Studien über die ungarische Sprache folgte. Károly Újfalvy, ein Forscher des Ostens war nicht nur der Verleger der ersten ungarischsprachigen Literaturbüchern, die sowohl Volkslieder als auch literarische Werke enthielt (1872), er wurde auch ein Missionar der ungarischen Sprache, Kultur und Literatur.
In seinem Werk mit dem Titel: Az Éléments de grammaire magyare Elemente der ungarischen Sprache 1876) hat er die finno-ugrische Herkunft vorgestellt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, 1908 war Ignác Kont der Redakteur von Petite Grammaire hongroise (Kis Magyar nyelvtant). Bald darauf begann der französische Professor Aurelin Sauvageot im Institut der Ostsprachen in Paris Ungarischstunden zu geben.
Dank seiner hervorragenden Tätigkeit ist die Bedeutung der ungarischen Sprache und Kultur gestiegen, jedoch konnte der Lehrstuhl für Ungarisch an der Sorbonne konnte jedoch nicht seine Tätigkeit aufnehmen. Hinsichtlich des französischen Bildungssystems ist es notwendig sich ein wenig in der französischen Kultur auszukennen. Auf jeder Schulstufe wird staatlicher und privater Unterricht angeboten, die Anforderungen sind in beiden Fällen sehr hoch. Es gibt staatliche Schulen, die bilingualen Unterricht anbieten, das sind die sogenannten „Internationalen Sektionen“, aber bilingualen Unterricht wird meistens von privaten Institutionen angeboten. Der Unterricht in Franreich wird von der leitenden Rolle des Lehrers, Wettbewerbsgeist und generell von hohen Anforderungen geprägt. Der Kindergarten (Ecole Maternelle) kann ab dem 2. Lebensjahr des Kindes in Anspruch genommen werden. Schulpflicht besteht im Alter von 6-16 Jahren, der unterricht ist kostenlos. In der Grundschule (Ecoles Primaires) ist die Einführung der ersten Fremdsprache empfohlen. Minderheitenschulen haben das Recht die Sprache der Minderheit zu unterrichten, z. B. bretonisch oder korsisch, heute werden 23 Sprachen als Minderheitensprachen registriert. Den Ungarischunttericht im Kindergarten- und Volksschulalter wird in Frankreich von privaten Vereinen angeboten; im Gebiet Paris und Umgebung sind das: Párizsi Magyar Intézet, A Magyar Iskoláért Egyesület, A Magyar Kicsinyekért Egyesület, sowie Párizsi Magyar Katolikus Misszió Szombati Iskolája. Der Unterricht wird von Pädagoginnen mit ungarisch als Muttersprache abgehalten. Als Grundlage des Unterrichtes dient der Rahmen-Unterrichtsplan für Schulen und Kindrgärten. In der Sekundarstufe (Collège) ist die erste Fremdsprache ab 11 Jahren, die zweite Fremdsprache ab 13 Jahren verpflichtend. Das Ablegen der Maturaprüfung (baccalauréat) als Abschluss der Höheren Schule (Lycée) ist die Mindestvoraussetzung für den Beginn einer Hochschulausbildung. Es gibt ca. 30 Höhere Schulen in Frankreich, die duch ihre internationalen und europäischen Sektionen die Schüler einem international anerkannten Matura (international baccalauréat/OIB) verhelfen. Die Zielsetzung dieser Schuler, ist einerseits die Integration ausländischer Schüler, bzw. die Förderung deren Bildung, sofern sie in ihre Heimatländer zurückkehre möchten, und ihre Ausbildung dort fortsetzen möchten, andererseits die Integration französischer Kinder in eine mehrsprachige Umgebung. Der internationale Lehrplan für diese Schulen setzt sich vom französischen und der dem des Heimatlandes zusammen und wird von Fachleuten abgestimmt. Der internationaler Stundenplan beinhaltet die Fächer: Grammatik, Literatur, Geographie und Geschichte, diese werden neben den Fächern des französischen Lehrplans unterrichtet. So wird der Unterricht zu einer ziemlichen Belastung für die Schüler, neben dem normalen Unterricht in Frankreich, der so schon eine richtige Herausforderung darstellt. In den Zeugnissen der Schüler, die auch eine gesonderte Sprachprüfung bei der Matura ablegen, wird der Unterricht der europäischen Sektion eingetragen. Die wichtigste Zielsetzung des Vereins Magyar Iskoláért Egyesületet ist, wie das von ihrer jahrelanger Arbeit bewiesen worden ist: die Gründung der ungarischen Sektion im internationalen Gymnasium. Das Zitat von Dezső Kosztolányi weist auch darauf hin: „An der Schwelle jeder Sprache beginnt eine neue Welt“.
Die bekanntesten Hochschulen (enseignement supérieur) bilden die wenigen Schulen für Ingenieurwesen, Handel, Politik und Wirtschaft, die als „große Schulen“, dh. les grandes écoles
genannt werden. Die Absolvierung einer dieser Schulen führt in auch in Frankreich zum sicheren Erfolg. Heutzutage wird in vielen Hochschulen Ungarisch als Fach oder Ungarisch als Fremdsprache angeboten, unter anderem in: L'Institut National des Langues et Civilisations Orientales, Paris III – Sorbonne Nouvelle Centre Interuniversitaire d’Édutes Hongroises, Université Michel de Montaigne – Bordeaux III, Université de Lille III, Université Jean Moulin –Llyon, Université Marc Bloch de Strasbourg, Université Nancy II és a L' Université d’Angers.
Für den Sprachunterreicht und Weiterbildung in der Erwachsenenbildung gibt es viele Möglichkeiten in Frankreich. Die meistanerkannte Form dessen ist eine kontinuierliche Weiterbildung (formation continue) die sowohl von Arbeitnehmern als auch von Arbeitslosen, unter besonderen Bedingungen in Anspruch genommen werden können. Das französische System unterscheidet zwischen orts-, fremd- und Einwanderersprachen. Frankreich unterzeichnete 1999 die Charta für Minderheiten und Minderheitensprachen, die vom Europarat 1992 ratifiziert hat. Für die Sicherung der Chancengleichheit hat das Land mit der Europäischen Union zusammen ein eigenes System für die Einwanderung ausgearbeitet, dessen Ziel die gesellschaftliche Integration der Einwanderer ist. Der Ungarischunterricht für Erwachsene ist in Frankreich in Form von Sprachunterricht, Konferenzen über Kultur und Kunst im Ungarischen Kulturinstitut und in der Organisation von Vereinen zu erreichen. Diese werden von ungarisch bzw. französischsprachigen Trainerinnen und Vortragenden abgehalten. Das Tor ist offen für alle, die Hilfe und Unterstützung im Erwerb, Pflege und Erhaltung der ungarischen Sprache und Kultur brauchen.


Orsolya King-Légrády
-Farkas Mária PhD Marc Bloch Egyetem, Strasbourg This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it
-UPDATED September 2008 Copyright Expatica http://www.expatica.com/fr/education/school/a-guide-to-the-french-education-system-945.html.
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