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Sprachunterricht in der Erwachsenenbildung in Österreich
Andrea Király


Das Lernen von Fremdsprachen im erwachsenen Alter ist in Österreich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Trend geworden. Sowohl die Öffnung der Grenzen als auch der Beitritt Österreichs zu Europäischen Union und die damit verbundenen Spracheninitiativen haben dazu beigetragen.

Das Erlernen der Landessprache für MigrantInnen  macht einen Großteil des Sprachunterrichtes aus. 2008 lebten insgesamt 871.000 Personen in Österreich, die keine österreichische Staatsbürgerschaft haben, dazu kommen noch die Migrantenfamilien, wo ausschließlich ihre Muttersprache gesprochen wird, auch wenn sie schon über die österreichische Staatsbürgerschaft verfügen. Das Erwerb des Deutschen ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Integration und wird dementsprechend auch von  der Regierung unterstützt. Die Integrationsvereinbarung setzt fest, dass, Integrationskurse 375 Stunden Sprachunterricht umfassen, davon 75 Stunden Alphabetisierung und 300 Stunden Sprachunterricht.

Neben institutionellem Sprachenlernen ergänzen auch private Initiativen die Palette des Sprachenlernens. Zahlreiche private Sprachschulen, Firmen, Erwachsenenbildungseinrichtungen und Vereine bieten Sprachkurse an. Neben Deutsch und Englisch werden nicht nur Italienisch und Französisch als Sprachen von beliebten Urlaubsdestinationen, sondern auch die Nachbarsprachen Ungarisch, Tschechisch, Slowakisch und Slowenisch immer mehr bevorzugt.

Auch die Methodenvielfalt im Lernen von Fremdsprachen in der Erwachsenenbildung ist hervorzuheben. Neben Sprachkursen im traditionellen Sinne haben auch Sprachlernberatung, Lernwerkstätten, Lernen im Tandem, Einsatz eines Sprachenportfolios und Selbstlernzentren immer mehr an Wichtigkeit gewonnen. Die Palette wird auch durch fachspezifischen Sprachunterreicht erweitert: Sprachunterricht für spezielle Berufsgruppen (z.B. für Pflegeberufe) oder für Berufsbereiche (Wirtschaftsenglisch), Sprachunterricht direkt am Arbeitsplatz oder Sprachunterricht in Zusammenhang mit beruflicher Orientierung.

Die Zertifizierung von Sprachkenntnissen hat in Österreich eine weniger lange Tradition; Sprachprüfungen werden nur in seltenen Fällen als Kriterium für die Zulassung von Fortbildungen oder für berufliche Zwecke verlangt. Lediglich als Nachweis der sprachlichen Kompetenzen in Deutsch werden Sprachprüfungszertifikate verlangt.


Der Ungarische Schulverein hat sich in den vergangenen 15 Jahren sein Angebot an Sprachkursen von Erwachsenen den aktuellen Bedürfnissen der Lernenden angepasst.  Im Mittelpunkt des Unterrichtes stehen Ungarisch-, Deutsch- und Englisch als Fremdsprache. Sprachkurse werden an 10 verschiedenen Niveaus angeboten, um die Qualität des Sprachunterrichtes sichern zu können. Dazu kommen noch Spezialkurse; Pensionisten Kurse auf verschiedenen Stufen, Ungarischkurse für Personen mit Ungarisch als Muttersprache, die aber keine Möglichkeit gehabt haben in der Schule Ungarisch lesen und schreiben zu lernen Literaturkurse, Sprachkurse für Wirtschaftsprache, sowie Einzelunterricht für Personen mit speziellen Bedürfnissen.


Lit: Verena Plutzar: Sprachliche Bildung erwachsener MigrantInnen als Aufgabe der Erwachsenenbildung. In: Magazin erwachsenenbildung.at 5. Ausgabe 2008

 

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